Limousinen
Warum der Bentley Continental GT heraussticht
Der Continental GT ist das Modell, mit dem Bentley ab 2003 ein neues Segment definiert hat: ein Grand Tourer, der lange Strecken mühelos zurücklegt, dabei aber sportlich fahrbar bleibt. Über drei Generationen hinweg ist dieses Konzept erhalten geblieben – die technischen Unterschiede zwischen den Baureihen sind allerdings erheblich.
Die drei Generationen im Überblick
Erste Generation (2003–2011)
Der 6,0-Liter-W12 mit 560 PS und Allradantrieb bildete die Basis. Die Fahrzeuge sind heute vergleichsweise günstig zu haben, verursachen aber Wartungskosten auf dem Niveau eines Neuwagens. Typische Kostenpunkte sind Luftfederung, Turbolader und die Ölkühlerleitungen.
Zweite Generation (2011–2018)
Deutlich verbesserte Elektronik, erstmals ein 4,0-Liter-V8 als Alternative zum W12. Der V8 ist rund 50 Kilogramm leichter, verbraucht spürbar weniger und gilt als die langlebigere Motorisierung.
Dritte Generation (seit 2018)
Neue Plattform, 48-Volt-Wankstabilisierung, Dreikammer-Luftfederung und ein vollständig überarbeitetes Interieur. Diese Generation fährt merklich präziser als ihre Vorgänger, ohne an Komfort zu verlieren.
Das Interieur als eigentliches Verkaufsargument
Für die Lederausstattung eines Continental GT werden je nach Ausführung bis zu elf Häute verarbeitet; die Ziernähte entstehen in Handarbeit. Die Holzfurniere eines Fahrzeugs stammen aus demselben Baumstamm, damit Maserung und Farbe über alle Flächen zusammenpassen. Dieser Aufwand ist der Grund, weshalb Fahrzeuge mit gepflegtem Innenraum im Wiederverkauf deutlich besser abschneiden.
Prüfpunkte beim Gebrauchtkauf
- Luftfederung: Fahrzeug über Nacht stehen lassen und morgens die Höhe prüfen – ein abgesenktes Fahrzeug deutet auf undichte Federbeine hin.
- W12-Motoren: Ölverlust an den Kühlerleitungen und Zustand der Zündspulen kontrollieren lassen.
- Bremsen: Serienbremsanlagen sind groß dimensioniert; Ersatz ist entsprechend kostenintensiv.
- Software: Aktueller Stand der Steuergeräte, besonders bei Fahrzeugen der dritten Generation.
- Historie: Wartung beim Vertragsbetrieb ist bei diesem Modell ein deutlicher Werttreiber.
Fazit
Der Continental GT ist ein Fahrzeug, bei dem der Kaufpreis selten das größte Thema ist. Entscheidend sind Wartungshistorie und Rücklagen für den Unterhalt. Gut gepflegte Exemplare der zweiten und dritten Generation bieten dafür ein Fahrerlebnis, das im Segment praktisch konkurrenzlos ist.
Häufige Fragen
W12 oder V8 – welcher Motor ist die bessere Wahl?
Der V8 ist leichter, sparsamer und gilt als wartungsfreundlicher. Der W12 bietet mehr Laufruhe und ist bei Sammlern gefragter, verursacht aber höhere Unterhaltskosten.
Worauf muss man bei der Luftfederung achten?
Lassen Sie das Fahrzeug über Nacht stehen und prüfen Sie am Morgen die Fahrzeughöhe. Ein einseitig abgesenktes Fahrzeug deutet auf undichte Federbeine hin.
Wie hoch sind die jährlichen Unterhaltskosten?
Je nach Baujahr und Laufleistung sollten Sie mit 4.000 bis 8.000 Euro pro Jahr für Wartung, Reifen, Steuer und Versicherung rechnen.
